cologneconvoy1


cologneconvoy3


cologneconvoy2


cologneconvoy4


cclogo1




Der Cologne Convoy!

Irgendwann und kaum merklich kam der Wandel der Sturm- und Drangzeit der 70-er Jahre als Rocker, in eine planvollere musikalische Zukunft.

Rückblickend war es so, daß die Jungs um mich herum alle so langsam aber sicher von der Musikerbühne verschwanden. Karrieren in “ordentlichen” Berufen wurden angestrebt, mehr oder weniger verständnisvolle Ehefrauen beanspruchten Zeit, wie auch die ankommenden Kinder. Und irgendwann waren auf einmal fast nur noch Leute um mich herum, die sich - ebenso wie ich - der Musik verschrieben hatten. Zwar hatten die meisten von uns noch einen “Hauptberuf”, aber jede freie Sekunde gehörte den Proben und Auftritten.

Im Lauf der Zeit hatte ich die Countrymusic für mich entdeckt und das war es absolut für mich. Inzwischen hatte ich dann auch angefangen zu singen. Anfangs, weil die Sänger oft ihr Glück in mehreren Bands suchten und nicht immer Zeit für die Proben fanden. Später merkte ich, daß es meine Sache sehr vereinfachte, wenn ich neben dem Bass (früher auch der Rhythmusgitarre) noch den Part als Sänger übernahm. Denn so waren wenigstens immer 2 Abteilungen abgedeckt.

Ich konnte gar nicht anders, als mein Leben mit der Musik verbringen.

Ich lernte zwar, auf Drängen meiner Eltern, einen anständigen Beruf, in dem ich aber sterbensunglücklich war. Ich wurde Versicherungskaufmann, jawohl.

Aber ich war Musiker!!! Könnt Ihr Euch vorstellen, was für eine Zeit ich hatte, als ich mit meinen langen Haaren (so z.B. aus der Zeit mit STRAIN und den GIANTS) im Büro auftauchte???

Puh, mir bricht noch heute der kalte Schweiß aus.

Na ja, Schwamm drüber.

Country fing ich an mit meinem alten WAITERS Sideman Klaus Kolasa und Rudolf Barten (heute noch erfolgreich mit Midnight Train unterwegs) in einer Band namens Memphis. Wir hatten eine supergeile Zeit.

Während Memphis ein Begriff für traditionell gespielte Countrymusic geworden war, wurde in mir der Wunsch wach, es etwas rockiger anzugehen.

Anfang der 80-er Jahre gründete sich aus diesem Wunsch heraus der Cologne Convoy.

Das Bild am Seitenanfang zeigt den Convoy in der Besetzung, die am längsten zusammen spielte, von den rund 15 Jahren. Das waren der Schlagzeuger Lech Bartoszewicz, ein Virtuose, der in Polen am Konservatorium lehrte, und von dem auch ich unwahrscheinlich viel gelernt habe. Ich bedauere es sehr, daß wir uns nach der Auflösung vom Convoy mehr oder weniger aus den Augen verloren haben. Dann ist da Wolfgang Seyffert, der auch heute wieder bei mir ist und den ich auf keinen Fall in meinem privaten und musikalischen Leben missen möchte. Dabei war auch Peter Hartz, damals als Sologitarrist. Auch ihn hatte ich auf meiner Wunschliste, als ich meine Zeit “nach dem Convoy” begann. Aber leider war die Musik, die ich machen wollte, nicht sein Stil und so kamen wir - zumindest musikalisch - nicht zusammen. Privat allerdings schon. Später kam dann noch Tina Rosenstein dazu. Eine wirklich sehr gute und sehr disziplinierte Sängerin. Sie und ihr Mann Thomas, ein Genie am Licht, paßten sehr gut zu uns; wohnen und wirken aber heute leider im Westerwald. Herzliche Grüße an Euch, und, wie geht es Euren Fischen? Nachdem Peter Hartz zu einer anderen Band wechselte, übernahm Wolfgang Seyffert den Sologitarrenpart und die Rhythmusgitarre übernahm Dirk Kramer.

Erwähnen und danken möchte ich hier auch noch Jo Steinebach. Er unterstützte uns bei allen Aufnahmen des Convoy. Jo ist ein genialer Pianist und beherrscht die Stealguitar meisterhaft. Obwohl bei vielen Auftritten dabei, widmete er den größten Teil seiner Zeit der Zusammenarbeit mit Ina Deter.

Auch Michael an der Sologitarre und Resi Schardin als Backvocal sei hier noch herzlich gedankt.

Die Zeit mit dem Cologne Convoy war sehr aufregend. Wir traten mit vielen bekannten Acts in ganz Europa auf. Am heftigsten ist meine Erinnerung an einen Gig für die Bundeswehr auf Sardinien. Wir wurden mit einem Transportflugzeug des Heeres dahin geflogen. Also, fliegen gehört seither nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Wir waren auch jedes Jahr auf einem Sommerfestival am Bodensee, traten mehrere Jahre bei den Countryfahrten der Köln-Düsseldorfer auf und am urigsten waren die Auftritte bei Bikertreffen und auf Countryfesten auf Reiterhöfen und in Westernstädten.

Und obwohl ich heute eine andere Musikrichtung favorisiere, schleicht sich immer wieder der eine oder andere Countrytitel in’s Repertoire, wenn er annähernd zu dem Rest paßt.